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Staatsbesuch I.I.K.K.H.H. des Großherzogs und der Großherzogin von Luxemburg in der Bundesrepublik Deutschland
Auf Einladung des Bundespräsidenten Joachim Gauck weilten Ihre Königlichen Hoheiten Großherzog Henri und Großherzogin Maria Teresa, in Begleitung von Seiner Königlichen Hoheit Erbgroßherzog Guillaume, vom 23. bis 25. April 2012 zu einem Staatsbesuch in der Bundesrepublik Deutschland.
Vizepremierminister und Außenminister Jean Asselborn und seine Gattin sowie der Minister der Finanzen Luc Frieden, die Ministerin für Kultur Octavie Modert und der Minister für Wirtschaft und Außenhandel, Etienne Schneider, nahmen ebenfalls an diesem Besuch teil.
Im Rahmen des Staatsbesuchs reiste eine umfangreiche Wirtschaftsdelegation nach Berlin und Hannover. Die Bereiche Forschung und Medizin, neue Technologien, Logistik, erneuerbare Energien und Elektromobilität standen im Mittelpunkt dieser Wirtschaftsmission.
Offizieller Empfang
Das Großherzogliche Paar und die offizielle Delegation wurden vom Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland, Joachim Gauck, und Frau Daniela Schadt im Schloss Bellevue am 23. April 2012 in Berlin offiziell empfangen.
Nach der Intonierung der beiden Nationalhymnen schritten der luxemburgische Staatschef und der Bundespräsident die Ehrengarde im Hof des Schlosses ab. Nach dieser offiziellen Begrüßung folgte ein Gespräch zwischen den beiden Staatschefs sowie zwischen I.K.H. der Großherzogin und Frau Schadt.
Treffen mit Klaus Wowereit
In Anwesenheit des Regierenden Bürgermeisters von Berlin, Klaus Wowereit, begab sich das Großherzogliche Paar zum Brandenburger Tor, dem Symbol der deutschen Wiedervereinigung. Daran schloss sich ein Gang rund um den Pariser Platz an.
Danach empfing Klaus Wowereit I.I.K.K.H.H. den Großherzog und die Großherzogin im Schloss Charlottenburg, wo er das Goldene Buch der Stadt Berlin präsentierte, das am 12. Oktober 2010 vom Großherzoglichen Paar anlässlich Seines offiziellen Besuchs in Berlin unterzeichnet worden war.
Nach dem offiziellen Mittagessen, das Klaus Wowereit zu Ehren I.I.K.K.H.H des Großherzogs und der Großherzogin im Schloss Charlottenburg gab, legte der Staatschef einen Kranz im Mahnmal Neue Wache nieder – der zentralen Gedenkstätte für die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft – vor der Skulptur von Käthe Kollwitz „Mutter mit totem Sohn“.
Unterzeichnung eines Doppelbesteuerungsabkommens
Am Rande des Staatsbesuchs ist Finanzminister Luc Frieden mit seinem deutschen Amtskollegen Dr. Wolfgang Schäuble zusammengetroffen. Bei dieser Gelegenheit unterzeichneten beide Minister ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Luxemburg und Deutschland. Gemäß dem Mustervertrag der OECD wird das vorliegende Abkommen das im Jahre 1958 unterzeichnete ersetzen. Sein Ziel besteht insbesondere in der Vertiefung und Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
Besuch der Staatsbibliothek
S.K.H. der Großherzog begab sich in Begleitung von Kulturministerin Octavie Modert in die Staatsbibliothek zu Berlin, die zu ihrem Bestand Karten der Festung Luxemburg aus dem 17. Jh. bzw. dem 18. und 19. Jh. zählt, die einzigartig in ihrer Art sind.
Nach der Präsentation der historischen Karten wurden S.K.H. dem Großherzog digitalisierte Kopien derselben von Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, und Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek, übergeben.
Unterzeichnung einer bilateralen Kooperationsvereinbarung im Kulturbereich
Bei dieser Gelegenheit unterzeichnete die Ministerin für Kultur Octavie Modert eine bilaterale Kooperationsvereinbarung im Kulturbereich mit Kulturstaatsminister Bernd Neumann. Eine zweite Kooperationsvereinbarung wurde von den Vertretern des Nationalen Museums für Geschichte und Kunst Luxemburg und der Staatsbibliothek zu Berlin unterzeichnet.
Unterredung mit dem Bundestagspräsidenten
Im Anschluss daran wurde der luxemburgische Staatschef vom Bundestagspräsidenten Dr. Norbert Lammert empfangen.
Staatsbankett
Ein zu Ehren von I.I.K.K.H.H. dem Großherzog und der Großherzogin vom Bundespräsidentenpaar gegebenes Staatsbankett im Schloss Bellevue bildete den Abschluss dieses ersten Besuchstages.
In seiner Rede unterstrich der Bundespräsident, dass die Luxemburger maßgeblich zum europäischen Aufbau beigetragen haben, wobei er namentlich Joseph Bech, Pierre Werner, Gaston Thorn, Jacques Santer und Jean-Claude Juncker erwähnte. „Aus
gutem Grund wurden dreimal Luxemburger mit dem Karlspreis ausgezeichnet, 1960 Joseph Bech, 1986 das Volk von Luxemburg in seiner Gesamtheit und 2006 Premierminister Jean-Claude Juncker“, stellte Joachim Gauck fest. Als er über die engen Beziehungen zu Luxemburg, dem „Gravitationszentrum der Großregion“ mit Rheinland-Pfalz und dem Saarland sprach, nannte der Bundespräsident insbesondere das Deutsch-Luxemburgische Schengen-Lyzeum als Beispiel.
Nachdem der luxemburgische Staatschef auf die Veränderungen in Deutschland in den letzten Jahrzehnten eingegangen war, hob er in seiner Rede hervor, dass „dank weitsichtiger Politiker wie Adenauer, Monnet und Schuman nach dem zweiten Weltkrieg die richtigen Lehren aus der Geschichte gezogen wurden“. Er fuhr fort: „In der europäischen Union sind unsere Schicksale nun verbunden im Zeichen des Friedens, der Freiheit und der Demokratie.“
S.K.H. der Großherzog stellte fest, dass die aktuelle Finanzkrise „ein Mehr an Europa“ erfordere. „Wir müssen die Stabilität unserer gemeinsamen Währung langfristig sichern, ohne jedoch auf die Solidarität unter Mitgliedsstaaten zu verzichten“, sagte er, und fügte hinzu, dass Deutschland in europäischen Fragen eine herausragende Rolle zufalle „und dies sowohl im Zusammenspiel mit Frankreich und Polen, als auch im Geiste der europäischen Idee, gemeinsam mit kleineren und mittleren Staaten in der EU“.
Am Ende seiner Rede brachte S.K.H. der Großherzog die engen Beziehungen zwischen Deutschland und Luxemburg im wirtschaftlichen wie auch im Finanz-, Kultur- und Forschungsbereich in Erinnerung.
Treffen mit der Bundeskanzlerin
Am 24. April 2012 traf der Staatschef zunächst mit der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel zusammen.
Treffen mit dem Ministerpräsidenten von Brandenburg
Anschließend stand das Land Brandenburg auf dem Programm. S.K.H. der Großherzog wurde zusammen mit S.K.H. dem Erbgroßherzog von Ministerpräsident Matthias Platzeck auf der berühmten Glienicker Brücke, die Berlin mit Potsdam verbindet, begrüßt.
Vortragsveranstaltung über Folgen des Klimawandels
Im Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) nahmen der Staatschef und seine Delegation an einer Vortragsveranstaltung über die Folgen des Klimawandels teil. Die Redner, Prof. Dr. Hans Joachim Schellnhuber und Dr. Ottmar Edenhofer, präsentierten ihre internationalen Studien auf diesem Gebiet.
Am Rande des Besuchs des PIK traf Vizepremierminister und Außenminister Jean Asselborn gemeinsam mit dem Ministerpräsidenten von Brandenburg, Matthias Platzeck, die Presse, um eine Bestandsaufnahme des Besuchs vorzunehmen. Jean Asselborn zeigte sich beeindruckt von den durchgeführten Arbeiten und Forschungen des Instituts und stimmte der Notwendigkeit des verstärkten Kampfes gegen den Klimawandel auf europäischer Ebene als auch weltweit zu. Er würdigte die vom Land Brandenburg unter der Leitung des Ministerpräsidenten unternommenen Anstrengungen hinsichtlich der Entwicklung erneuerbarer Energien und erinnerte an die Tragweite der Herausforderung des Schutzes unseres Planeten für die künftigen Generationen.
Arbeitsessen mit Vertretern des deutschen Finanz- und Wirtschaftssektors
Nach Ihrer Rückkehr in Berlin nahmen S.K.H. der Großherzog und S.K.H. der Erbgroßherzog an einem Arbeitsessen im Beisein von Bundesfinanzminister Dr. Wolfgang Schäuble und Stefan Kapferer, Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, sowie Vertretern des deutschen Finanz- und Wirtschaftssektors in der Galerie Me Collectors Room in Berlin teil, umgeben von den Werken von Gerhard Richter, die zur Zeit dort ausgestellt werden. Die Minister Luc Frieden und Etienne Schneider waren ebenfalls bei diesem Arbeitsessen zugegen.
Podiumsdiskussion über Mikrofinanzierung
I.K.H. die Großherzogin nahm in Begleitung von Frau Daniela Schadt an einer Podiumsdiskussion über Mikrofinanzierung zum Thema "Mikrofinanzierung – Ende einer Erfolgsgeschichte?" in der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) teil.
Luxemburgische und deutsche Experten aus dem Finanzsektor sowie dem Politik- und institutionellen Bereich, insbesondere Marc Bichler, Direktor für Entwicklungszusammenarbeit im Luxemburgischen Außenministerium, Doris Köhn, Bereichsleiterin Afrika/Nahost der KfW Entwicklungsbank, Thomas Engelhardt, Geschäftsführer von LFS Financial Systems und Uwe Kekeritz, MdB, Mitglied im Ausschuss für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (Bündnis 90/ Die Grünen) beteiligten sich an dieser Podiumsdiskussion, deren Key Note Speech I.K.H. die Großherzogin gehalten hatte.
Diskussion über die Zukunft Europas und der Eurozone
Der Sitz des Bankenverbandes bildete anschließend, im Beisein S.K.H. des Erbgroßherzogs, den Rahmen für ein Gespräch zwischen dem Minister der Finanzen Luc Frieden und seinem deutschen Amtskollegen, Dr. Wolfgang Schäuble, über die Zukunft Europas und der Eurozone. Die Diskussion wurde vom Stellvertretenden Chefredakteur der Börsen-Zeitung, Bernd Wittkowski, moderiert. Im Anschluss an diesen Dialog fand ein Rundtischgespräch statt, an dem sich u.a. der Präsident der Zentralbank Luxemburgs, Yves Mersch, als auch der Präsident der Luxemburger Bankenvereinigung ABBL und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank Luxemburg, Ernst Wilhelm Contzen, beteiligten.
Unterredung zwischen Jean Asselborn und Guido Westerwelle
Am Rande des Besuchs trafen Vizepremierminister und Außenminister Jean Asselborn und sein deutscher Amtskollege Dr. Guido Westerwelle zu einem Gespräch im Auswärtigen Amt zusammen. Die Minister zogen zunächst eine Bilanz der bilateralen Beziehungen und würdigten deren ausgezeichnete Qualität. Danach wandten sie sich den europäischen und internationalen Themen zu.
Unterredung von Etienne Schneider mit dem Staatssekretär für Wirtschaft und Technologie
Der Minister für Wirtschaft und Außenhandel, Etienne Schneider, traf seinerseits den Staatssekretär für Wirtschaft und Technologie, Stefan Kapferer. Diese Unterredung ermöglichte, Themen der bilateralen Zusammenarbeit im Energiebereich, insbesondere auf der Ebene der Großregion, sowie auf dem Gebiet der Elektromobilität, anzusprechen und sich den Entwicklungen auf europäischer Ebene hinsichtlich der neuen Richtlinie über Energieeffizienz zuzuwenden.
Treffen mit den in Deutschland lebenden Luxemburgerinnen und Luxemburgern
Ein Treffen mit den in Deutschland lebenden Luxemburgerinnen und Luxemburgern im Haus des Großherzogtums Luxemburg war ebenfalls Bestandteil des Besuchsprogramms des Großherzoglichen Paares.
Eröffnung der Ausstellung „Die Silberkammer der Luxemburger Dynastie“
Das Deutsche Historische Museum beherbergt die außergewöhnliche Ausstellung „Die Silberkammer der Luxemburger Dynastie“. In der Tat werden zum ersten Mal Prunkstücke der Silbersammlungen des Großherzoglichen Hofes im Ausland gezeigt.
Das deutsche Präsidentenpaar nahm ebenfalls an der Ausstellungseröffnung teil. Nach einer Führung durch die Ausstellung gaben I.I.K.K.H.H. einen Empfang im Schlüterhof des Museums zu Ehren von Joachim Gauck und Daniela Schadt.
Hannover-Messe
Am 25. April reisten S.K.H. der Erbgroßherzog und der Minister für Wirtschaft und Außenhandel, Etienne Schneider, in Begleitung einer umfangreichen Wirtschaftsdelegation zur Hannover-Messe anlässlich des Luxemburger Tages.
Empfang durch die Ministerpräsidentin von Thüringen
Das Großherzogliche Paar besuchte das Land Thüringen, wo Forschung und Innovation sowie luxemburgische Literatur die Schwerpunkte des Programms bildeten.
In Erfurt wurden I.I.K.K.H.H. von Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht in der Staatskanzlei empfangen.
Besuch im Fraunhofer-Institut
Hochtechnologie und Forschung standen im Mittelpunkt des Besuchs des luxemburgischen Staatschefs im Fraunhofer-Institut in Jena, welches das führende Forschungsinstitut auf dem Gebiet von Biomedizin, angewandter Optik und Feinmechanik ist.
Besuch der Stadt Weimar
Nach einem Mittagessen, das Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht zu Ehren des Großherzoglichen Paares gab, besuchten Ihre Königlichen Hoheiten die Stadt Weimar.
In Begleitung der Ministerpräsidentin begab sich das Großherzogliche Paar zum Goethe-Haus, zum Goethe-Schiller-Denkmal und zum Platz der Demokratie.
I.I.K.K.H.H. hatten außerdem die Gelegenheit, die literarischen Schätze der berühmten Bibliothek von Herzogin Anna Amalia, zu besuchen.
Sie besuchten dort den Rokoko-Saal, in welchem der Direktor der Bibliothek, Dr. Michael Knoche, Erläuterungen zum Haus gab.
Der Staatsbesuch endete mit einem literarischen Ausklang. Die luxemburgischen Autoren Guy Helminger, Anise Koltz und Jean Krier lasen Auszüge aus ihren Werken, in Anwesenheit des Großherzoglichen Paares und der Kulturministerin Octavie Modert, vor einem deutschen Publikum im Bücherkubus der Anna Amalia Bibliothek.
Ansprache S.K.H. des Großherzogs von Luxemburg anlässlich des Staatsbanketts im Schloss Bellevue am 23. April 2012
Ansprache des Bundespräsidenten Joachim Gauck anlässlich des Staatsbanketts im Schloss Bellevue am 23. April 2012
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