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AUSSTELLUNG | majerus wool Warhol… “cold beer” the “smudge tool” and other short stories | 10.04.2019 - 07.03.2020

Montag, 24. Juni 2019

  

Die Michel Majerus Estate freut sich, Sie über die von Peter Pakesch kuratierte Ausstellung majerus wool warhol…“cold beer” the “smudge tool” and other short stories zu informieren. Die in enger Zusammenarbeit mit Christopher Wool (*1955) entwickelte Ausstellung setzt sein eigenes Schaffen mit Werken von Michel Majerus (1967–2002) in Beziehung. Diese Gegenüberstellung geschieht unter dem Aspekt der Auseinandersetzung beider Künstler mit ausgewählten Werken Andy Warhols (1928–1987), einige davon werden ebenfalls in der Ausstellung zu sehen sein.

Anderer Maler Werke säumen die Wege aller Maler, ein jedes Bild baut auf den Bildern anderer auf. Alles Neue ist erst verständlich und macht erst Sinn vor dem bereits Gesehenen, ist eine laufende Korrektur des Bestehenden. Die Kunst der Gegenwart und der Moderne wird und wurde so von tiefgreifenden Veränderungen getrieben. Wichtige Beschleuniger dieser geänderten Visualität waren die technischen Bildmedien Fotografie und Film. Hinzu kam die Vervielfachung der Distribution in der modernen Mediengesellschaft, die mit dem Entstehen des virtuellen Raumes noch eine erhebliche Steigerung erfuhr. Seit den 1980er Jahren rückte dabei Andy Warhol wie kaum ein anderer in den Fokus einer jüngeren Generation. Er verstand es in besonderer Weise, die Kluft zwischen der affirmativen Bilderwut der Pop Art mit den kritischen Positionen konzeptioneller Kunst zu verbinden. Zwischen Brillo Boxes, Flowers und Disaster Paintings wusste er bereits, weit vorausblickend, wie wir im Weiteren mit Bildern in medialen Räumen umgehen würden.

Vor diesem Hintergrund entwickelte Christopher Wool sein Werk in einer Umgebung, die sich intensiv mit Medien auseinandersetzte, in der Film, Musik und Fotografie eine starke Rolle spielten, in der über die mediale Funktion von Objekten nachgedacht wurde. Wichtig war dabei die Materialität der Bilder, wie sie durch einfache mechanische Verfahren gefertigt werden und trotzdem zu fundamentalen Aussagen über den Gebrauch neuester Medien taugen: Lack auf Aluminium mit Musterwalzen und Schablonen aufgebracht. Später, als Wool wieder verstärkt auf Leinwand arbeitete, wurde der Siebdruck – wie bei Warhol – ein bevorzugtes Medium. In dieser Reduktion der Mittel konnte sich Wool zunehmend der immer komplexer werdenden Formen und Inhalten der elektronischen Medien annähern, ein Paradoxon, das sein Werk so faszinierend macht.

Zeitgleich mit Wool lösten sich auf der anderen Seite des Atlantik einige Maler aus dem Kontext der Neuen Wilden heraus, die sich ebenso intensiv mit dem Gebrauch der Medien im Verhältnis zur Malerei auseinandersetzten. So lag eine Dekade später in den 1990er Jahren vor jungen Künstlern wie Michel Majerus ein großes Spannungsfeld, das bearbeitet werden musste. Als Schüler des gegenüber der Malerei zum Dogmatismus neigenden Konzeptkünstlers Joseph Kosuth wandte Majerus sich bewusst und voller Überzeugung der Malerei zu. Er tat dies in vollem Bewusstsein und im spielerischen Umgang mit historischen Größen, die er mit viel Ironie und Bewunderung zitierte, paraphrasierte und bereits in eine Welt von Bildern einbaute, die der Welt von Computerspielen, den neuen digitalen Medien und der Werbung näher war, als der klassischen oder modernen Malerei. Eine frühe Referenz in dieser Welt war Majerus‘ Bild mit dem Schriftzug „Cool Wool“ von 1992. Damals kannte der jüngere Künstler sein Idol Christopher Wool noch nicht persönlich. Er fühlte sich aber in der großen Familie der verwandten Künstler bereits so zu Hause, als wäre er Teilnehmer eines virtuellen Spieles und reihte sich bei den Akteuren einer älteren Generation ein. Die erste Begegnung zwischen Wool und Majerus fand schließlich 1993 in Berlin statt. In der Folge entstand zwischen den beiden Künstlern ein intensiver Austausch. Darüber soll die Ausstellung anhand von Schlüsselwerken berichten.

Für weitere Informationen sowie Abbildungsmaterial kontaktieren Sie bitte den Michel Majerus Estate.

 
Dauer: 10.04.2019 - 07.03.2020; samstags 11.00-18.00 Uhr und nach Vereinbarung geöffnet

Sommerpause: 11. August - 29. August 2019

Ort: Michel Majerus Estate, Knaackstraße 12, 10405 Berlin

 

Weitere Informationen unter:  michelmajerus.com

 

Text © michelmajerus.com

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