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Zweitägige Wirtschaftsreise nach Luxemburg mit Vertretern der Berliner Kultur- und Kreativwirtschaft

Donnerstag, 14. Dezember 2017

© Chambre de Commerce

 
Die Handelskammer Luxemburg organisierte vom 11.-12. Dezember eine zweitägige Wirtschaftsreise nach Luxemburg, deren Fokus auf dem aufstrebenden Wirtschaftszweig der Kultur- und Kreativwirtschaft lag. Ein Dutzend hervorragende Vertreter der Berliner Kultur- und Kreativwirtschaft waren eingeladen, sich ein Bild des hiesigen Sektors zu machen und sich mit seinen Vertretern auszutauschen.

Die Delegation folgte einer Einladung von Premierminister Xavier Bettel, der sich im Rahmen seines Arbeitsbesuchs im August 2016 in gezielt mit dem Thema Kreativwirtschaft, Medien und Startups in der deutschen Hauptstadt befasst hat. Seit dem Besuch in der Bundeshauptstadt hat sich in Luxemburg einiges getan. Ende Januar wurde das Creative Industries Cluster ins Leben gerufen, ein Netzwerk, das sich höchster Beliebtheit erfreut und ein knappes halbes Jahr nach seiner Gründung bereits mehr als 100 Mitglieder vereint. Der bereichernde Austausch mit Berlin wurde nun in Luxemburg fortgesetzt.

 
Networking Lunch und Filmland-Besuch

Das Programm wurde mit einem Mittagessen in der Handelskammer eröffnet, wo Hauptgeschäftsführer Carlo Thelen die Berliner und zahlreiche nationale Vertreter begrüßte. Nach einer kurzen Einführung in das Feld der Luxemburger Kreativwirtschaft durch Cluster-Manager Marc Lis, besuchte die Gruppe das Filmland in Kehlen. Bernard Michaux, Gründer der Produktionsfirma Samsa Film, führte durch die Studios und erläuterte die Postproduktionsmöglichkeiten vor Ort. Im Rahmen einer Diskussion zur Filmförderung in Europa konnten die Teilnehmer feststellen, dass das Großherzogtum mit seiner Filmförderung sehr gut aufgestellt ist, bei den Produktionsfirmen selbst gäbe es dennoch Potenzial, die luxemburgische Kreativwirtschaft noch besser mit einzubinden, beispielsweise in den Bereichen des Marketings oder der Gaming-Industrie.

 
16. Deutsch-Luxemburgische Wirtschaftskonferenz: Kultur- und Kreativwirtschaft fördern - Innovation ermöglichen

Zurück in der Handelskammer, wurde die Delegation von Premierminister Xavier Bettel und dem Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller, empfangen. Anschließend nahm die Delegation an der Deutsch-Luxemburgischen Wirtschaftskonferenz teil, die in ihrer 16. Ausgabe die Zukunftsbranche Kreativwirtschaft in den Mittelpunkt gerückt hat. „Kaum ein anderer Wirtschaftszweig hat Berlins Außenwahrnehmung mehr geprägt“, stellte der luxemburgische Regierungschef fest. Damit ist die Stadt an der Spree ein Vorbild für Luxemburg. Heute beschäftigt die Kultur- und Kreativwirtschaft Berlins 300.000 Menschen, mit einem Umsatz von 16 Milliarden Euro pro Jahr, damit stellt dieser Sektor rund zehn Prozent der Gesamtwirtschaft dar.

„Die Stadt zieht junge Leute an.“ Dies wirke der Überalterung entgegen und schaffe auch neue Quellen für Gewerbesteuern, so der Botschafter der Bundesrepublik Heinrich Kreft. Der Regierende Bürgermeister Michael Müller erklärte die Kreativwirtschaft zum „harten Standortfaktor“, sie sei „weit mehr als ein Wohlfühlthema“. Auf die Frage, was von offizieller Seite getan werden könne, so Bettel, damit „junge Leute Risiken aufnehmen, um ihre Kreativität ausleben zu können“ erwiderten die Teilnehmer der Podiumsdiskussion, man solle “die Leute einfach machen lassen”. Die Verwaltung solle das Geschehen dann „behutsam steuern“. Andreas Krüger, Geschäftsführer der Berliner Belius GmbH, erklärte mit Blick auf Berlin, dass das große Angebot an freien Räumen nach dem Fall der Berliner Mauer 1989 viel ermöglicht habe. Brachliegende private Flächen sollten auch in Luxemburg öffentlich nutzbar gemacht werden.

Mona Rübsamen, Geschäftsführerin von Flux FM, unterstrich unterdessen die Relevanz von Kommunikations- und Vernetzungsmöglichkeiten. Wichtig sei, dass sich Menschen aus unterschiedlichen Bereichen begegneten. Luxemburg habe den klaren Vorteil der kleinen Distanzen, „alle kennen alle“. Hier liege auch eine wichtige Aufgabe des Clusters als Vermittler. Beim abschließenden Networking-Dinner hatte das Publikum Gelegenheit seine Vielzahl an Fragen mit den Vertretern der Berliner Delegation zu diskutieren.

 
Bamhaus und Match-Making Lunch

Am Dienstagmorgen setzte die Delegation ihre Reise mit einem Besuch im Creative Hub und Co-Working Space Bamhaus auf einem Industriegelände von ArcelorMittal in Dommeldange fort. In einem inspirierenden Umfeld konnten die Teilnehmer sich mit weiteren Akteuren der Luxemburger Kreativwirtschaft austauschen und schmiedeten bereits Pläne für mögliche Kooperationen. Abgerundet wurde der Vormittag mit einem Match-Making-Lunch, zu dem das Creative Industries Cluster lud.

 
RTL City

Als Abschluss der Wirtschaftsreise öffnete die RTL Gruppe die Türen seines neuen Headquarters RTL City für die Berliner Gäste. Der neue Firmensitz (2017 eröffnet) beeindruckte u.a. mit seinen 18 schalldichten Radio-Studios sowie mit der neusten Broadcasttechnik.

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